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Der größte Teil des Bezirkes liegt schon seit mehr als einem Iahrzehnt unbenutzt da, weil er (seite 25) sich in den Händen von Landspekulanten befindet.
Durch Bearbeitung und Nutznießung des Brachliegenden könnten über 300 Familien Wohnung, Nahrung und Erwerb haben, so aber bringt das Land kaum Heu hervor, sondern nur langes Büschelgras, das im Herbste von einem der Farmer abgemäht und als Streu für das Vieh verwendet wird.
Ebenso schlecht steht es auch mit den hiesigen nicht kleinen Strecken Waldlandes, das gleichfalls unkultiviert ist und worin sich kaum zehn Prozent Nutzholz befinden.
Was hier im Kleinen, ist anderwärts im Großen der Fall.
Im Inneren unseres Landes liegen gewaltige Gebiete, die schon seit Iahrzehnten und Iahrhunderten brach und ungenützt liegen, obgleich sie außerordentlich fruchtbar sind und hunderttausende von Menschen und Tieren ernähren könnten.
Allein sie sind das Blümlein Noli me tangere, ein Rühr’ mich nicht an, denn sie sind „Privat Property“.
Nun streiche man aber das „Privat“ und gebe „Property“ denjenigen, denen es gehört, dem Gesamtvolke, der großen Allgemeinheit, dann wird es erst seinen wahren Wert erhalten.
Ia, werden mir vielleicht manche einwenden, dann wird es wieder Streit und Mord und Todschlag geben, weil jeder sich wird das beste Stück des Landes aussuchen und aneignen wollen.
O nein, antworte ich diesen, Ihr könnt darüber ganz beruhigt sein, nichts soll einem, alles soll allen gehören.
Ganz von selbst wird dann das Land meines Traumes zur Wirklichkeit werden.
Die Menschen werden sich in gemeinsamen Gruppen oder Gemeinden zusammenfinden, das gesamte Land gemeinschaftlich bewirtschaften, gemeinschaftliche Gebäude herstellen, ihre Bedarfsartikel mit gemeinschaftlichen Maschinen gemeinschaftlich verfertigen, einen gemeinschaftlichen Tisch haben und aller Sorgen um Gegenwart und Zukunft enthoben sein.
In solcher Gemeinsamkeit und Gemeinschaftlichkeit liegen überdies ungeheuere Ersparnisse an Wert und Arbeit.
Nehmen wir an, daß 400 Familien gleich sind 1000 Personen, und ziehen wir in Betracht, was jetzt der Haushalt von 400 Familien kostet und was ein gemeinsamer Tisch für 1000 Personen kosten würde, so wird uns dieses eine Beispiel schon lehren, was dadurch an Material und Arbeitskraft gespart werden kann, wie Kosten vermieden und die Errungenschaften der modernen Technik zum Wohle es Ganzen aus genutzt werden können.
Was jetzt 2000 Frauen einzeln an ihren schwälenden Herden bei häßlicher Arbeit tun müssen, würden dann ein Dutzend mühelos, fast spielend an den großen elektrischen Kochapparaten vollbringen können, beinahe nur so viele Minuten würden dazu ausreichen, als jetzt Stunden dafür notwendig sind.

Denket an Euere Kinder!

Ihr liebet Euere Kinder, nicht wahr?
Nun gut, was könnt Ihr ihnen geben?
Was werdet Ihr ihnen hinterlassen?
Im besten Falle (seite 26) ein zusammengehungertes Vermögen von wenigen hundert Dollars.

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.